Kleine Rückschau auf die Wallfahrtsmesse zu St. Anna im Jahr 2025

Traditionell findet im St. Annakirche, dem ältesten erhaltenen Bauwerk in der Stadt, am Samstag die Wallfahrtsmesse statt. St. Anna ist seit jeher die Patronin unserer Stadt und diese Messe wird stets zu ihrer Ehre und Erinnerung gefeiert. Der diesjährige Samstag, der 26. Juli, an dem die Wallfahrtsmesse stattfand, ist im liturgischen Kalender dem Gedenken an St. Anna und St. Joachim, den Eltern der Jungfrau Maria, gewidmet.

 

 

In diesem Jahr hat P. Kamil Škoda, Pfarrer in Běla pod Bezdězem, die Einladung zur Rolle des Hauptzelebranten angenommen. In seinem weitläufigen Pfarrgebiet, das eine Fläche vergleichbar mit der Hälfte einer gewöhnlichen italienischen Diözese hat, stehen ihm etwa zwanzig Kirchen zur Verfügung. Meistens mit nur wenigen ständigen Gläubigen. Trotz allem bemüht er sich, in möglichst vielen dieser Gotteshäuser Wallfahrtsgottesdienste zu feiern. Unser St. Annagottesdienst war gewissermaßen der Vorlauf seiner diesjährigen Wallfahrtsaison.

In seiner Predigt, die unter anderem von dem Lied „Maria und die heilige Anna“ von Lucie Bílá inspiriert war, betonte der Prediger insbesondere zwei Momente - Nähe und Gemeinschaft. Diese werden auch durch die übliche Darstellung dieses Paares ausgedrückt, die früher (und vielleicht auch heute noch) bei den Gläubigen sehr beliebt war. Auch in der St. Annakirche, die im Rahmen der Renovierung sehr "gereinigt" von der ursprünglichen Ausstattung ist, gibt es eine solche Holzskulptur von St. Anna mit ihrer Mutter Maria. Sie stammt vom ursprünglichen Altar und begrüßt die Besucher rechts vom Hauptzugang zum Kirchenraum.

 

 

Tradition geworden ist auch das Konzert zu Ehren von St. Anna, das vom Verein Musica Varia im Rahmen der Jabloneker Musikdienstage veranstaltet wird. Dieses Jahr fand es am 22. Juli 2025 statt und es wurden insgesamt vier Musikinstrumente gespielt. Die großen Orgeln, die sich auf der Empore der Kirche befinden, sowie kleine transportable Orgeln, die sogenannte Orgelpositiv, beide Instrumente wurden von der großartigen Organistin Jiřina Marešová gespielt. Zwei weitere Instrumente brachte der nicht weniger großartige Musiker Michal Novák mit. Es handelte sich um einen klassischen Kontrabass und ein sehr klangvolles Orgelregal, eine historische Replik eines Musikinstruments, das erstmals im 13. Jahrhundert auftauchte.

 


Zwei Kompositionen des barocken Programms des Konzerts waren mit St. Anna verbunden: das Lied „O heilige Anna“ (aus der Heiligkeitsmusik) von Adam Václav Michna von Otradovice und auch die nachfolgende Orgelimprovisation von Jiřina Marešová zu diesem Lied. Das Konzert war sehr schön und gleichzeitig auch interessant für die Zuhörer, da nur ein Teil des Musikprogramms von der Empore gespielt wurde, während ein großer Teil der Zuhörer die Musiker direkt sehen und hören konnten, die zu ihren Instrumenten an den Platz vor dem Publikum im Erdgeschoss der Kirche kamen. Die Instrumente konnten auch betrachtet und sogar beim Verlassen der Kirche ausprobiert werden, die von den Zuhörern vollständig gefüllt war.

 

 

Text: Borek Tichý, Jiří Kreisel
Foto: Archiv der Pfarrei