Liebes Kinder

 

Schließen Sie die Augen (aber öffnen Sie sie dann wieder, um den Text vor Ihnen zu sehen).

Stellen Sie sich vor, Sie sind wieder ein kleines Kind.

Stellen Sie sich nacheinander alle Menschen vor, die Sie geliebt haben. Wie Sie in ihrer Nähe waren und sich wünschten, dass sie glücklich sind, dass nur Gutes ihnen widerfährt. Fühlen Sie, was Sie gefühlt haben?

Stellen Sie sich die Welt vor. Ihre Schönheit, die in Sie eindrang. Die Möglichkeiten für Abenteuer, die sich eröffneten.

Blicken Sie in Ihr kindliches Herz, das nach allem Guten, Wahren, Schönen und Freundlichen sehnte. Alles Böse, Ungerechte und Lügenhafte erscheint krumm.

Jetzt stellen Sie sich vor, dass eine große Person zu Ihnen kommt. Und während sie näherkommt, stellen Sie fest, dass Sie es selbst sind, gegenwärtig. Sie sehen sich selbst nach oben und wissen alles über sich. Völlig alles. Sie nehmen mit den Augen des Kindes wahr, was Sie im Laufe der Zeit geworden sind. Sie sehen, wovon Sie abweichen mussten, was Sie verletzt hat, und Sie haben sich zurückgezogen, all die Vorteile, die auch nur ein kleines Abweichen vom Weg des Guten, der Hoffnung und der Liebe mit sich brachte. Was sagt Ihnen das Kind? Was sagen Sie dem Kind? Worauf fragt das Kind und was antworten Sie? Erklingen Wörter: naiv, unrealistisch, kindisch? Stellen Sie sich die Freude und die riesige Begeisterung vor, dass Sie als Kind plötzlich alles tun können, was Sie möchten, weil Sie schon groß sind! Und stellen Sie sich die Freude vor, dass Sie als große Person alles tun können, wovon Sie als Kinder geträumt haben. Naiv? Unrealistisch? Kindisch?

Nehmen Sie dieses Kind, stellen Sie es in die Mitte und sagen Sie gemeinsam mit Jesus Christus: „Wer ein solches Kind in meinem Namen annimmt, nimmt mich an“ (Mt 18,5). So können wir erneut naiv danach verlangen, nach einer guten, schönen und liebevollen Welt. Und wir können auch diese Träume verwirklichen. Mit kindlicher Freude und reinem Herzen. Mit dem Glauben an Jesus Christus ist es nicht mehr naiv, unrealistisch, kindisch. Dieses Kind kann uns ins Gottesreich führen.

Es ist unser kindliches Herz, das an Wunder glaubt und die märchenhaften Legenden über Heilige versteht. Es freut sich und tanzt ohne erkennbaren Grund. Es ist der Ort, an den der Heilige Geist spricht, wenn uns die Vernunft verrät. Der Ort, an dem Gott Hoffnung gibt, wenn sonst noch niemand sie sieht. Das kindliche Herz weiß, dass die Welt nicht einfach so entstanden ist, und ist das Erste, das bereit ist zu glauben, dass der lebendige Gott über diese Erde wandelte.

Viktor Mikeš